Ob auf deinem Preisschild 7 oder 19 Prozent stehen, hängt nicht davon ab, wie gut dein Werk ist – sondern davon, wie es entstanden ist. Handarbeit oder Druck, das ist die Grenze.
Eine Künstlerseite hat drei Aufgaben, die sich gegenseitig im Weg stehen können: Sie soll deine Arbeit zeigen, ohne zur Verkaufsfläche zu werden. Sie soll Galerien und Kuratoren überzeugen, die anders schauen als Käufer. Und sie soll Werke tatsächlich verkaufen, wenn jemand kaufen will. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt, vergleichen zehn Anbieter, und erklären am Ende, was du beim Verkauf über die eigene Seite steuerlich beachten musst.
Was eine Künstlerseite leisten muss
- Werkgruppen statt einer Galerie. Serien, Zyklen, Werkphasen – wer deine Arbeit einordnen will, braucht die Struktur, in der du selbst denkst. Eine einzige Bildergalerie verwischt genau das.
- Werkangaben bei jedem Bild. Titel, Jahr, Technik, Maße. Ohne diese vier Angaben ist eine Abbildung für Galerien, Kuratoren und Sammler wenig wert – und sie gehören mit ins Alternativfeld des Bildes, damit sie auffindbar sind.
- Eine Vita, die sich pflegen lässt. Ausstellungen, Stipendien, Sammlungen, Veröffentlichungen. Das ist der Teil, den Institutionen zuerst lesen – und der Teil, der am schnellsten veraltet.
- Verkauf optional, nicht aufdringlich. Preise direkt unter jedem Werk können den Eindruck verschieben. Üblich ist eine getrennte Seite mit verfügbaren Arbeiten oder ein dezenter Hinweis auf Anfrage.
- Abbildungen in guter Qualität, aber begrenzt. Zeige genug, damit die Arbeit wirkt, und wenig genug, dass sich daraus kein Druck erstellen lässt. Ein Wasserzeichen ist selten nötig, eine begrenzte Auflösung fast immer sinnvoll.
- Ein Kontaktweg für Institutionen. Galerien füllen keine Formulare aus. Eine erreichbare Adresse und ein Hinweis, ob du vertreten wirst, sparen beiden Seiten Zeit.
Die besten Website-Baukästen für Künstler
Sortiert nach Eignung für bildende Künstler – Darstellung der Arbeiten, Struktur nach Werkgruppen und die Möglichkeit, verkaufen zu können ohne zu müssen. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben; sie folgen deshalb nicht der Reihenfolge in diesem Vergleich.
Die Anbieter im direkten Vergleich
Die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick. Achte bei allen Anbietern auf den Folgepreis nach dem ersten Jahr – er liegt teils deutlich über dem beworbenen Einstieg.
| Anbieter | Preis pro Monat | Domain | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Squarespace | netto ausgewiesen | 1. Jahr inklusive | Zurückhaltendste Darstellung, Server außerhalb der EU |
| Wix | 9 € (Light) / 17 € (Core) | 1. Jahr inklusive | Freie Positionierung, Shop enthalten |
| WordPress by IONOS | Aktionspreis im 1. Jahr | 1. Jahr inklusive | Werkverzeichnis über Erweiterungen |
| IONOS | Aktionspreis im 1. Jahr | 1. Jahr inklusive | Server in Deutschland, Telefon rund um die Uhr |
| Hostinger | 2,99 € netto (48 Mon.) / 11,99 € regulär | 1. Jahr inklusive | Serverstandort in der EU wählbar |
| Jimdo | ab 9 € (Start) | 1. Jahr inklusive | Geführter Aufbau, Anbieter aus Hamburg |
| Webador | 5,50–24 € nach Einstiegsrabatt | je nach Tarif | Sehr schlanker Editor, deutschsprachig |
Die Anbieter im Detail
1. Squarespace – Der Rahmen tritt zurück, die Arbeit tritt vor

⭐ 3,9/5
Squarespace: Für Künstler im DetailBei bildender Kunst ist die schlechteste Website die, die man bemerkt. Squarespace hat dafür die passendsten Vorlagen: ruhige Typografie, große Formate, viel Weißraum – der Rahmen tritt zurück. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern der Unterschied zwischen einer Seite, die wie ein Katalog wirkt, und einer, die wie ein Baukasten aussieht.
Praktisch lassen sich Werkgruppen als eigene Seiten anlegen, und der abschnittsbasierte Editor sorgt dafür, dass alle gleich aufgebaut bleiben. Eine Shop-Funktion ist vorhanden, du musst sie aber nicht nutzen – genau die Wahlfreiheit, die du brauchst, wenn eine Galerie dich vertritt. Nachteilig sind der Serverstandort jenseits der EU und die netto ausgewiesenen Preise.
- Zurückhaltendste Darstellung im Vergleich
- Werkgruppen als eigene Seiten anlegbar
- Shop optional, nicht aufgedrängt
- 14 Tage testen ohne Zahlungsdaten
- Server außerhalb der EU
- Preise netto ausgewiesen
- Kein dauerhaft kostenloser Tarif
- Weniger frei gestaltbar als Wix
2. Wix – Wenn die Seite selbst Teil der Arbeit ist

⭐ 4,7/5
Wix: Für Künstler im DetailManche künstlerische Positionen verlangen mehr als eine saubere Galerie – eine ungewöhnliche Anordnung, überlagerte Ebenen, ein bewusst gebrochenes Raster. Dafür ist Wix der einzige Anbieter in dieser Runde, bei dem du jedes Element frei platzierst. Die Seite kann dann selbst zur Arbeit gehören statt nur ihr Behälter zu sein.
Die enthaltene Shop-Funktion ist für den Direktverkauf praktisch: Arbeiten, Editionen oder Drucke lassen sich ohne zweiten Dienst anbieten. Light kostet 9 Euro monatlich bei jährlicher Zahlung, Core 17 Euro. Zwei Punkte: Die Vorlage lässt sich nach der Veröffentlichung nicht mehr tauschen, und die vielen Einstellungen kosten beim ersten Aufbau Zeit, die du vielleicht lieber im Atelier verbringst.
- Vollständig freie Gestaltung
- Shop-Funktion für Direktverkauf enthalten
- Größte Vorlagenauswahl im Vergleich
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Vorlage nach Veröffentlichung nicht wechselbar
- Viele Optionen kosten beim Start Zeit
- Serverstandort nicht in Deutschland
3. WordPress by IONOS – Für ein Werkverzeichnis, das wächst

⭐ 4,6/5
WordPress by IONOS: Für Künstler im DetailNach zwanzig Jahren Arbeit ist eine Bildergalerie kein Werkverzeichnis mehr. Wer Arbeiten nach Jahr, Technik, Serie oder Ausstellung durchsuchbar machen will, braucht eine Datenstruktur – und die liefert nur WordPress mit einer passenden Erweiterung. Jedes Werk wird ein eigener Eintrag mit Feldern für Titel, Jahr, Maße und Technik.
Der Nebeneffekt ist, dass diese Angaben auch für Suchmaschinen lesbar werden, was bei der Recherche durch Kuratoren hilft. Die technische Basis kommt von WordPress by IONOS – Rechenzentren in Deutschland, Wartung übernimmt der Anbieter. Der Preis ist Aufwand: Du brauchst einmal jemanden, der die Struktur einrichtet. Für dreißig Arbeiten lohnt das nicht, für dreihundert schon.
- Werke katalogisierbar und durchsuchbar
- Angaben auch für Suchmaschinen lesbar
- Rechenzentren in Deutschland
- Updates übernimmt der Anbieter
- Einrichtung braucht einmal Fachkenntnis
- Für kleine Werkgruppen überdimensioniert
- Erweiterungen teils kostenpflichtig
4. IONOS – Käuferdaten bleiben im Land, Hilfe am Telefon

⭐ 4,5/5
IONOS: Für Künstler im DetailSobald du über die Seite verkaufst, verarbeitest du Namen, Lieferadressen und Zahlungsangaben. Bei IONOS liegen diese Daten in Rechenzentren in Deutschland – das verkürzt deine Datenschutzerklärung und die Antwort, wenn ein Käufer nachfragt.
Dazu kommt telefonischer Support rund um die Uhr auf Deutsch, was bei technischen Fragen ohne Webkenntnisse viel wert ist. Für das erste Jahr gibt es einen Rabatt, danach zahlst du den Normaltarif – beide Zahlen stehen im Bestellvorgang. Für die Darstellung großformatiger Arbeiten sind Squarespace und Wix die stärkeren Werkzeuge.
- Rechenzentren in Deutschland
- Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr auf Deutsch
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Günstiger Aktionspreis im ersten Jahr
- Darstellung schwächer als bei Squarespace
- Preissprung nach dem ersten Jahr
- Vorlagen weniger zurückhaltend
5. Hostinger – Eigene Adresse zum kleinsten Preis

⭐ 4,2/5
Hostinger: Für Künstler im DetailWenn du vor allem eine eigene Adresse brauchst, unter der deine Arbeiten erreichbar sind, ist Hostinger der günstigste Weg. Die Domain ist im ersten Jahr enthalten, der Serverstandort lässt sich innerhalb der EU bestimmen, und KI-Werkzeuge bringen eine erste Fassung schnell ins Netz.
Achtung bei der Laufzeit: 2,99 Euro netto gelten nur im 48-Monats-Vertrag, andernfalls kostet der Tarif 11,99 Euro. Telefon-Support gibt es nicht. Für eine reine Werkübersicht ohne Verkauf reicht das Angebot – für eine gestalterisch anspruchsvolle Darstellung sind Squarespace und Wix deutlich stärker.
- Niedrigster Einstiegspreis im Vergleich
- Domain im ersten Jahr enthalten
- Serverstandort innerhalb der EU wählbar
- KI-Werkzeuge beschleunigen den Aufbau
- Aktionspreis nur bei 48 Monaten Vorauszahlung
- Regulärpreis viermal so hoch wie beworben
- Kein Telefon-Support
- Darstellung eingeschränkt
6. Jimdo – Wenn die Ausstellung nächste Woche eröffnet

⭐ 4,3/5
Jimdo: Für Künstler im DetailWenn in zehn Tagen eine Ausstellung eröffnet und du bis dahin überhaupt etwas Verlinkbares brauchst, nimmt dir Jimdo die Entscheidungen ab. Du beantwortest ein paar Fragen, lädst Abbildungen hoch, ergänzt die Vita – fertig.
Jimdo kommt aus Hamburg, der Support antwortet auf Deutsch. Der Play-Tarif bleibt dauerhaft gratis, läuft aber unter einer Subdomain – gegenüber Galerien der falsche Eindruck. Für mehrere Werkgruppen mit durchgehender Gestaltung stößt der schlanke Editor an Grenzen; als erste Fassung, die du später ersetzt, ist er brauchbar.
- In unter einer Stunde online
- Deutschsprachiger Support, Anbieter aus Hamburg
- Keine Gestaltungsentscheidungen nötig
- Kostenloser Tarif zum Ausprobieren
- Wenig Spielraum für mehrere Werkgruppen
- Darstellung schwächer als bei Squarespace
- Gratis-Tarif nur mit Subdomain
7. Webador – Genug für eine überschaubare Auswahl

⭐ 3,7/5
Webador: Für Künstler im DetailWenn du eine Auswahl von zwanzig oder dreißig Arbeiten zeigst und gelegentlich verkaufst, reicht Webador. Der Editor funktioniert ohne Einarbeitung, eine neue Arbeit ist in Minuten eingestellt, und für Änderungen brauchst du keine Anleitung.
Nach dem rabattierten Start liegen die Monatsbeträge zwischen 5,50 und 24 Euro, je nach Stufe und Zahlweise. Für mehrere Werkgruppen, ein durchsuchbares Verzeichnis oder eine anspruchsvolle Darstellung fehlen die Möglichkeiten – dann führt der Weg zu Squarespace oder WordPress.
- Bedienung ohne Einarbeitung
- Deutschsprachige Oberfläche
- Neue Arbeit in Minuten eingestellt
- Kostenloser Tarif zum Testen
- Für mehrere Werkgruppen zu schlicht
- Kein durchsuchbares Werkverzeichnis
- Darstellung eingeschränkt
Spezialisierte Anbieter für gestalterische Arbeiten
Neben den sieben Anbietern oben gibt es einige, die im künstlerischen Umfeld verbreitet sind. Wir nennen sie zur Orientierung.
| Anbieter | Ausrichtung | Passt zu | Zu bedenken |
|---|---|---|---|
| Webflow | Gestaltungsfreiheit auf Designer-Niveau | Positionen mit eigenem Formanspruch | Steile Lernkurve, hoher Zeitaufwand |
| Framer | Bewegung und Interaktion im Entwurf | Arbeiten mit zeitbasierten Elementen | Einarbeitung nötig, Support auf Englisch |
| Readymag | Visuelle Projekte und Editorial-Formate | Werkgruppen mit erzählerischem Aufbau | Auf Gestaltung ausgelegt, kaum Verkauf |
| Tilda | Starke Vorlagen für Langformseiten | Katalogartigen Präsentationen | Weniger verbreitet, Support auf Englisch |
| Carrd | Einseitige Websites, sehr schnell gebaut | Einer Visitenkarte mit wenigen Arbeiten | Nur eine Seite, keine Werkgruppen |
Diese fünf lösen dieselbe Aufgabe wie Squarespace, nur mit mehr Freiheit und mehr Aufwand. Für den Verkauf sind sie nicht gedacht – das müsstest du zusätzlich lösen.
Welcher Anbieter passt zu dir?
- Die Seite soll der Arbeit den Vortritt lassen: Squarespace. Zurückhaltende Vorlagen, Werkgruppen als eigene Seiten, Shop nur wenn du willst.
- Die Seite soll selbst gestalterisch etwas leisten: Wix. Jedes Element frei platzierbar, Shop-Funktion enthalten.
- Du hast ein umfangreiches Werk zu ordnen: WordPress by IONOS. Nur dort wird aus der Galerie ein durchsuchbares Verzeichnis.
- Du verkaufst direkt an Sammler: IONOS oder Wix. IONOS für Rechenzentren in Deutschland, Wix für die eingebaute Shop-Funktion.
- Die Ausstellung eröffnet nächste Woche: Jimdo oder Webador. Beide in unter einer Stunde fertig, beide auf Deutsch.
Verkauf über die eigene Seite: 7 oder 19 Prozent?
Wenn du Arbeiten über deine Website verkaufst, entscheidet eine steuerliche Einordnung über deine Preisgestaltung. Für Kunstgegenstände gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. Was darunter fällt, ist in Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz unter Nummer 53 aufgezählt – und das Kriterium ist nicht die künstlerische Qualität, sondern die Herstellungsart.
| Arbeit | Steuersatz |
|---|---|
| Gemälde, Zeichnungen, Collagen – vollständig von Hand geschaffen | 7 % |
| Originalstiche, -schnitte, -steindrucke mit von Hand bearbeiteten Platten | 7 % |
| Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst | 7 % |
| Digital erstellte Zeichnungen und Gemälde | 19 % |
| Drucke ohne künstlerische Bearbeitung der Druckplatte | 19 % |
| Vermietung von Kunstgegenständen, etwa als Leihgabe gegen Entgelt | 19 % |
Eine Ausnahme solltest du kennen, falls du Arbeiten nicht nur verkaufst: Für die Vermietung von Kunstgegenständen gilt der ermäßigte Satz ausdrücklich nicht – dafür fehlt die unionsrechtliche Grundlage. Wer Werke gegen Entgelt an Unternehmen oder Institutionen verleiht, rechnet also weiterhin mit 19 Prozent ab. Wenn du beides anbietest, brauchst du in der Buchhaltung eine saubere Trennung nach Steuersätzen.
Ob du überhaupt Umsatzsteuer ausweist, hängt vom Umfang deiner Tätigkeit ab. Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG wurde zum 1. Januar 2025 reformiert: Sie greift, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr nicht über 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Die zweite Grenze ist neu und hart – wird sie überschritten, entfällt die Befreiung ab genau diesem Umsatz, frühere Umsätze des Jahres bleiben unberührt (IHK München zur Kleinunternehmerregelung). Beachte außerdem, dass die Grenze für alle deine unternehmerischen Tätigkeiten zusammen gilt, nicht je Tätigkeit.
- Schreib auf die Rechnung, was gilt. Als Kleinunternehmer brauchst du einen Hinweis auf § 19 UStG. Eine umgangssprachliche Formulierung genügt, solange sie eindeutig ist.
- Denk an das Widerrufsrecht. Verkaufst du an Privatpersonen über die Website, ist das ein Fernabsatzgeschäft mit vierzehntägigem Widerrufsrecht. Bei Arbeiten, die nach Kundenvorgaben angefertigt wurden, gelten Ausnahmen – lass die Rechtstexte dafür prüfen.
- Kalkuliere den Versand mit. Bei Leinwänden und Skulpturen ist er ein erheblicher Posten und muss vor der Bestellung erkennbar sein. Pauschalen nach Größenklassen sind übersichtlicher als eine Berechnung im Einzelfall.
So haben wir bewertet
Ausgewertet haben wir die Tarifseiten der Anbieter im September 2026, mit Blick auf Darstellung der Arbeiten, Struktur nach Werkgruppen, Verkaufsfunktionen, Serverstandort sowie Preise mit Laufzeit und Folgepreis. Die Reihenfolge richtet sich nach der Eignung für bildende Künstler und nicht nach der Gesamtbewertung – deshalb steht Squarespace vor Wix, obwohl Wix insgesamt besser abschneidet. Die steuerlichen Angaben stützen sich auf Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz, das Jahressteuergesetz 2024 mit der Neuregelung zum 1. Januar 2025 und die reformierte Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. Sie ersetzen keine Steuerberatung; die Einordnung im Einzelfall nimmt dein Finanzamt oder ein Steuerberater vor. Fünf weitere Anbieter nennen wir mit ihrer Ausrichtung, ohne Preise. Die Sterne stehen für die Gesamtqualität des Anbieters und sind in allen unseren Artikeln gleich vergeben.
Fazit
Für die meisten bildenden Künstler ist Squarespace die passendste Wahl: Die Vorlagen halten sich zurück, Werkgruppen lassen sich als eigene Seiten anlegen, und die Shop-Funktion drängt sich nicht auf. Soll die Seite gestalterisch selbst etwas leisten, ist Wix das freiere Werkzeug. Bei einem umfangreichen Werk lohnt WordPress by IONOS, weil daraus ein durchsuchbares Verzeichnis wird. Und wenn eine Ausstellung ansteht, bringt dich Jimdo in einer Stunde online.
Zwei Entscheidungen solltest du vor der Anbieterwahl treffen. Erstens: Kläre mit deiner Galerie, ob du direkt verkaufen darfst – ein Shop, den du später wieder abbauen musst, kostet mehr als Zeit. Zweitens: Prüfe, ob deine Arbeiten unter den ermäßigten Steuersatz fallen, bevor du Preise ausschreibst. Ein handgemaltes Bild und ein Digitaldruck sehen auf der Website gleich aus – steuerlich liegen zwölf Prozentpunkte dazwischen.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt von der Herstellungsart ab, nicht von der künstlerischen Qualität. Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz nennt unter Nummer 53 Gemälde, Zeichnungen und Collagen, die vollständig von Hand geschaffen wurden, Originalgrafiken mit von Hand bearbeiteten Druckplatten sowie Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst. Digital erstellte Arbeiten und einfache Drucke fallen unter 19 Prozent.
Von 2014 bis 2024 durften Künstler direkt mit 7 Prozent abrechnen, im gewerblichen Kunsthandel galten 19 Prozent. Das Jahressteuergesetz 2024 hat die Einschränkung zum 1. Januar 2025 gestrichen, Grundlage ist die EU-Richtlinie 2022/542 vom 5. April 2022. Damit gilt im Kern wieder der Rechtszustand bis Ende 2013 – mit einer Ausnahme: Die Vermietung von Kunstgegenständen bleibt bei 19 Prozent.
Nicht, wenn du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt. Seit der Reform zum 1. Januar 2025 greift sie, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr nicht über 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Die zweite Grenze ist hart: Wird sie überschritten, entfällt die Befreiung ab genau diesem Umsatz.
Nein, sie gilt für alle deine unternehmerischen Tätigkeiten zusammen. Wer neben dem Kunstverkauf noch Kurse gibt, Illustrationen anfertigt oder anderweitig selbstständig tätig ist, muss die Umsätze addieren. Frag im Zweifel dein Finanzamt oder einen Steuerberater.
Das ist eine strategische Entscheidung. Preise direkt unter jedem Werk verschieben den Eindruck in Richtung Verkaufsfläche. Verbreitet ist eine getrennte Seite mit verfügbaren Arbeiten oder der Hinweis „Preis auf Anfrage“. Wenn dich eine Galerie vertritt, sprich das vorher ab.
Das solltest du klären, bevor du einen Shop einrichtest. Galerien investieren in deine Sichtbarkeit und erwarten in der Regel, dass Verkäufe über sie laufen. Ein offener Shop auf der eigenen Seite kann das Verhältnis belasten. Üblich ist eine Absprache, welche Arbeiten über welchen Weg angeboten werden.
Titel, Jahr, Technik und Maße. Ohne diese vier Angaben ist eine Abbildung für Galerien, Kuratoren und Sammler wenig wert. Trag sie zusätzlich ins Alternativfeld des Bildes ein – dann sind sie auch für Suchmaschinen lesbar, was bei Recherchen hilft.
Zeige genug, damit die Arbeit wirkt, und begrenze die Auflösung so, dass sich daraus kein brauchbarer Druck erstellen lässt. Ein Wasserzeichen ist selten nötig und stört den Eindruck. Absolut verhindern lässt sich das Kopieren nicht – die begrenzte Auflösung ist der pragmatische Mittelweg.
Verkaufst du an Privatpersonen über die Website, ist das ein Fernabsatzgeschäft mit vierzehntägigem Widerrufsrecht. Für Arbeiten, die nach Kundenvorgaben individuell angefertigt wurden, gibt es Ausnahmen. Lass die Rechtstexte fachlich prüfen, bevor du den Shop freischaltest.
Bei Leinwänden und Skulpturen ist der Versand ein erheblicher Posten, und er muss vor der Bestellung erkennbar sein. Pauschalen nach Größenklassen sind für Käufer übersichtlicher als eine Berechnung im Einzelfall. Kalkuliere Verpackung und Versicherung mit ein.
Squarespace. Die Vorlagen arbeiten mit viel Weißraum und ruhiger Typografie, sodass der Rahmen zurücktritt. Wix bietet dafür vollständige Gestaltungsfreiheit, wenn die Seite selbst Teil der Arbeit sein soll. Beide erlauben Werkgruppen als eigene Seiten.
Je nach Anbieter und Laufzeit rund 3 bis 17 Euro monatlich. Hostinger verlangt 2,99 Euro netto in der Aktion und danach 11,99 Euro, Wix 9 Euro, Webador ab 5,50 Euro als Folgepreis. Kommt ein Shop dazu, fallen je nach Anbieter Transaktionsgebühren an.
