Wer Kinder hat, weiß: Die Zeit vergeht wie im Flug – und mit ihr wachsen nicht nur die Kleinen, sondern auch die Kosten. Vom ersten Kindergartenbeitrag bis hin zum Führerschein oder Studium ist finanzielle Planung das A und O. Frühzeitig fürs Kind zu sparen ist daher keine Kür, sondern oft eine Notwendigkeit. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie effektiv für Ihr Kind sparen können: Welche Anlageformen lohnen sich, welche staatlichen Förderungen gibt es und wie beziehen Sie Ihr Kind altersgerecht mit ein?
Warum frühzeitiges Sparen so wichtig ist
Nachdem Sie Ihre Finanzen als Eltern unter einen Hut gebracht haben, sollten Sie auch für Ihr Kind eine Spargrundlage schaffen. Ein frühzeitiger Start beim Sparen bietet entscheidende Vorteile:
- Zinseszinseffekt: Je länger das Geld investiert ist, desto stärker profitieren Sie vom Kapitalwachstum
- Entlastung später: Monatliche Sparraten belasten weniger als hohe Einmalbeträge in der Zukunft
- Finanzielle Unabhängigkeit: Ihr Kind hat mehr Möglichkeiten bei Ausbildung, Reisen oder der ersten Wohnung
- Inflationsausgleich: Langfristige Investitionen helfen, Kaufkraftverluste abzufangen
Wer also schon zur Geburt oder im Kleinkindalter beginnt, schafft mit kleinen Beträgen große Freiräume.
Fünf einfache Schritte, um erfolgreich für Ihr Kind zu sparen
1. Früh anfangen
Je eher Sie mit dem Sparen starten, desto besser. Schon 25 Euro im Monat können bei einer Rendite von 5 Prozent in 18 Jahren über 8.500 Euro ergeben. Wenn Sie zur Geburt ein Sparplan einrichten, arbeiten Zeit und Zinsen für Sie.
Tipp: Legen Sie direkt nach der Geburt ein Kinderkonto oder ein Junior-Depot an und richten Sie einen Dauerauftrag ein.
2. Monatlich einen festen Betrag sparen
Wählen Sie einen Sparbetrag, der realistisch zu Ihrem Budget passt. Auch wenn es zunächst wenig erscheint: Die Kontinuität ist entscheidend. Regelmäßiges Sparen ist planbar, baut langfristig Kapital auf und diszipliniert.

3. Staatliche Förderungen nutzen
In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, vom Staat zu profitieren:
- Kindergeld: Kann teilweise oder vollständig fürs Kind angelegt werden
- vermögenswirksame Leistungen: Auch für Kinder verwendbar, wenn über Eltern angelegt
- Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage: In Verbindung mit Bausparverträgen
- steuerliche Vorteile: Zinseinnahmen können durch den Freistellungsauftrag für das Kind steuerfrei bleiben
Achtung: Viele Banken bieten auch spezielle Kinderprodukte mit Vorteilen wie Startguthaben oder Prämien.
4. Flexibel bleiben
Nicht jedes Kind wird später studieren oder ein Haus bauen. Achten Sie daher auf eine Anlageform, die zwar sinnvoll Rendite bietet, aber auch nicht vollständig zweckgebunden ist.
Beispiel: Ein Junior-Depot ist flexibel nutzbar, während ein Bausparvertrag vorrangig für Wohneigentum gedacht ist. Auch Tagesgeldkonten bleiben jederzeit verfügbar.
5. Auch an unerwartete Ereignisse denken
Ob Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit: Ein Teil des Kindergeldes kann auch in Rücklagen oder in Versicherungen investiert werden. Die Kombination aus Sparplan und Absicherung bringt Sicherheit für Eltern und Kinder.
Die besten Anlagemöglichkeiten für Kinder
Wenn Sie für Ihr Kind sparen möchten, haben Sie heutzutage viele Möglichkeiten. Doch nicht alle Sparformen sind gleich sinnvoll – vor allem, wenn es um langfristigen Vermögensaufbau geht. Hier sind die gängigsten Optionen im Überblick, inklusive ihrer Vor- und Nachteile:
1. Das klassische Sparschwein – ein guter Anfang, aber keine Geldanlage
Fast jedes Kind bekommt irgendwann ein Sparschwein geschenkt – ein Symbol fürs erste eigene Geld. Für kleinere Beträge und um den Umgang mit Geld zu üben, ist es gut geeignet. Aber als echte Sparform ist es ungeeignet: Das Geld liegt ohne Verzinsung herum und verliert durch die Inflation Jahr für Jahr an Kaufkraft.

2. Kinder-Girokonto – ideal zum Umgang mit Geld
Ein Kinderkonto eignet sich gut, um Jugendlichen den bargeldlosen Zahlungsverkehr beizubringen. Solche Konten sind bei vielen Banken kostenlos und können meist schon ab dem 7. Lebensjahr eröffnet werden. Es geht hier weniger ums Sparen, sondern eher um finanzielle Selbstständigkeit. Wichtig ist, auf spätere Gebühren beim Übergang zum Erwachsenenkonto zu achten.
3. Sparbuch – übersichtlich, aber kaum Zinsen
Das Sparbuch war lange Zeit der Klassiker beim Sparen für Kinder. Auch heute wird es noch gerne genutzt – etwa, um Geldgeschenke von Großeltern zu sammeln. Der Zugriff ist meist nur durch die Eltern möglich, was die Kontrolle erleichtert. Doch Achtung: Die Zinsen sind aktuell meist sehr gering, und echte Wertsteigerung ist kaum möglich.
4. Tagesgeldkonto – flexibel und sicher für kurzfristige Ziele
Für kleinere bis mittelfristige Sparziele – z. B. ein neues Fahrrad oder ein Auslandsjahr – ist ein Tagesgeldkonto eine sinnvolle Lösung. Es bietet mehr Zinsen als das Sparbuch, ist täglich verfügbar und kann auch auf den Namen des Kindes geführt werden. So lernt es früh, Verantwortung für sein Geld zu übernehmen. Die aktuell beliebtesten Tagesgeld-Anbieter auf dem deutschen Markt sind:
5. Festgeld – für feste Beträge mit Plan
Wenn Sie eine größere Summe über einen bestimmten Zeitraum parken möchten, ist Festgeld eine Option. Die Laufzeiten liegen meist zwischen einem und fünf Jahren. Während dieser Zeit ist das Geld fest angelegt – im Gegenzug winken höhere Zinsen als beim Tagesgeld. Ideal für Geldgeschenke zu besonderen Anlässen, die nicht sofort benötigt werden.
6. Bausparvertrag – langfristig denken, aber genau prüfen
Ein Bausparvertrag kann für Eltern sinnvoll sein, die langfristig auf eine Immobilienfinanzierung für das Kind hinarbeiten möchten. Dabei wird zunächst ein Teil angespart, später kann ein zinsgünstiges Darlehen aufgenommen werden. Allerdings sind die Erträge während der Sparphase meist niedrig, und es können Abschlussgebühren anfallen – deshalb ist ein Vergleich wichtig.

7. Junior-Depot – die beste Option für langfristigen Vermögensaufbau
Wer frühzeitig in die Zukunft seines Kindes investieren möchte, sollte ein Junior-Depot in Betracht ziehen. Hier kann regelmäßig in Aktien oder ETFs investiert werden – das bietet langfristig die besten Renditechancen. Durch den Zinseszinseffekt können bereits kleine monatliche Beträge über viele Jahre hinweg ein ansehnliches Vermögen aufbauen. Wichtig ist, breit gestreut und mit einem langen Anlagehorizont zu investieren.
Wie viel sollten Sie für Ihr Kind sparen?
Das hängt ganz von Ihren Zielen ab. Ein paar grobe Orientierungswerte:
- 25 Euro pro Monat: ca. 8.500 Euro in 18 Jahren bei 5 % Rendite
- 50 Euro pro Monat: ca. 17.000 Euro
- 100 Euro pro Monat: über 34.000 Euro
Wenn Sie z. B. das Studium Ihres Kindes finanzieren wollen (durchschnittlich 35.000 Euro), ist ein ETF-Sparplan mit 100 Euro monatlich ein realistischer Weg.
So lernen Kinder den richtigen Umgang mit Geld
Finanzbildung beginnt im Alltag. Machen Sie Geld nicht zum Tabuthema, sondern binden Sie Ihr Kind altersgerecht mit ein:
- Ab dem Grundschulalter Taschengeld wöchentlich auszahlen
- Beim Einkaufen Preise vergleichen und Budget erklären
- Sparziele gemeinsam setzen (z. B. für Spielzeug oder Ausflüge)
- Finanzbücher, Lernspiele oder Finanzpodcasts zu Geldthemen nutzen
Tipp: Führen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein kleines Haushaltsbuch oder ein Sparzielplakat. So wird Geld sichtbar und verständlich.

Fazit: So gelingt der Vermögensaufbau für Ihr Kind
Wer für sein Kind sparen möchte, braucht keine großen Summen – sondern einen klaren Plan und etwas Disziplin. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Beziehen Sie Ihr Kind mit ein – das schafft Verständnis und Vertrauen
- Beginnen Sie früh – je länger der Anlagezeitraum, desto besser
- Sparen Sie regelmäßig – auch kleine Beträge machen einen Unterschied
- Wählen Sie clevere Produkte wie Junior-Depots oder Tagesgeldkonten
- Nutzen Sie staatliche Förderungen
Viel Spaß beim Sparen!
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